MLJET

Die Insel Mljet [ˈmʎɛt] (italienisch Meleda, lateinisch Melitussa), auch „Odysseus Insel“ genannt, befindet sich in der kroatischen Adria , etwa 30 km nordwestlich von Dubrovnik. Die Insel hat eine Fläche von etwa 100 km². Mit einem Waldanteil von 90 Prozent ist sie eine der am stärksten bewaldeten Inseln im Mittelmeer.

Den westlichen Teil der Insel bildet der Nationalpark Mljet, der auch umliegendes Meeresgebiet umfasst. Politisch bildet die Insel Mljet heute eine Gemeinde innerhalb der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva mit 1.111 Einwohnern (Stand 2001) in zahlreichen Siedlungen, die meist im Landesinnern liegen. Hauptort ist die Siedlung Babino Polje im Zentrum der Insel.

In der Antike galt die von Illyrern bewohnte Insel als ein berüchtigtes Seeräubernest. Aus diesem Grund überfiel Augustus Mljet, ließ einen Teil der Bevölkerung in die Sklaverei oder auf die Ruderbänke führen, die übrige Bevölkerung töten und die Insel fortan als Verbannungsort nutzen.

Mljet ist neben Malta und (nach einer neueren Theorie, die sich aber auch auf eine örtliche Tradition stützen kann) Kephallenia eine der Inseln, die den Anspruch erhebt, die Insel Melite zu sein, wo nach Apostelgeschichte 27,27 ff. der Apostel Paulus Schiffbruch erlitt. Dies wird erstmals urkundlich in der Schrift De Administrando Imperio des byzantinischen Kaisers Konstantin VII. Porphyrogenetos erwähnt. Für diese These spricht der Hinweis in Apg. 28,2+4, die Einwohner seien "Barbaren" (also Nichtgriechen und Nichtrömer) gewesen, allerdings wird der weitere Verlauf der Reise des Apostels (mit einem Schiff aus Alexandria, das auf der fraglichen Insel überwintert hatte und dann zuerst nach Syrakus fuhr und von dort weiter nach Rom) als geographisches Argument gegen diese These gesehen.

Seit dem 6. Jahrhundert gehörte Mljet zum Byzantinischen Reich. Sie wurde im 8. Jahrhundert in das neu gebildete Thema Dalmatia integriert. Kaiser Konstantin VII. Porphyrogenetos erwähnt Mljet um 950 in seiner schon genannten Schrift De Administrando Imperio als eine der Inseln, die von den slawischen Narentanern beherrscht werden.

1151 kam die Insel in den Besitz der Benediktiner aus Pulsano am Monte Gargano in Apulien, die wiederum die Suzeränität der serbischen Nemanjiden anerkannten. Die Benediktiner gründeten das Kloster St. Marien, die Kirche wurde von Stefan Nemanjić gestiftet. 1357 übereignete der serbische Kaiser Stefan Uroš V. seinem Gefolgsmann Balša I. die Oberhoheit über die Insel. Wenig später bildete sich auf der Insel eine freie Kommune mit eigenen Statuten.

1410 annektierte die Republik Ragusa Mljet. Die Insulaner hatten einen Tribut an die Regierung der Republik zu entrichten. Das Benediktinerkloster stand auch unter der ragusanischen Herrschaft in Blüte. Es war die führende Abtei der nach ihm benannten Congregatio Melitensem, die alle Benediktinerklöster auf dem Gebiet der Republik Ragusa umfasste. Abt Mavro Vetranović war ein bekannter Poet des 16. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert wurde der Sitz der Kongregation von Mljet nach St. Jakob bei Dubrovnik verlegt und das Inselkloster verlor an Bedeutung. Unter der napoleonischen Herrschaft wurde es im Jahr 1809 aufgelöst. In der österreichischen Zeit war es Sitz der Forstverwaltung und gelangte nach dem Ersten Weltkrieg in den Besitz des Bistums Dubrovnik. Nach 1945 enteignet, wurde das Kloster in den 1950-ern, zu dem Zeitpunkt als der Orden die Abtei längst aufgegeben hatte, in ein Hotel verwandelt und seit 1960 Hotel genutzt, bis es 1998 an das Bistum restituiert wurde. Seit kurzem wird eine Wiederbelebung des Klosters durch Benediktiner angestrebt.

Bereits 1910 wurde ein großer Teil der Insel zum Naturschutzgebiet erklärt, 1958 ein Nationalpark eingerichtet

Mit einem Waldanteil von 90 Prozent ist Mljet eine der am stärksten bewaldeten Inseln im Mittelmeer. Vor allem findet man hier viele Steineichen und Kiefern. Im letzten Jahrhundert war der Wald dichter als heute. Ein starker Waldbrand vernichtete einen Großteil der Bäume, bis heute hat sich der Wald noch nicht ganz davon erholen und seine ursprüngliche Dichte wiedererlangen können.

In den Wäldern des Nationalparks leben auch heute noch Mungos, eine eigentlich fremde Tierart für diese Region. Sie wurden 1909 auf der Insel freigesetzt, um die dortigen Giftschlangen auszurotten. Dieses erreichten sie auch, allerdings fraßen sie auch andere Schlangenarten. Die Mungo-Population befindet sich erst seit kurzem in einem labilen Gleichgewicht zur Umgebung. Neben den Mungos wurden Mitte des letzten Jahrhunderts weitere Tiere auf der Insel ausgesetzt, unter anderem Edelhirsche, Wildschweine, Hasen, eine Gemsart und Rebhühner. Überlebt haben bis heute allerdings nur die Hasen, Hirsche und Wildschweine. Letztere haben sich mittlerweile zu einer Plage entwickelt, da sie regelmäßig die Weinberge der Inselbewohner verwüsten.

In der Nähe der Insel wurden auch Mittelmeer-Mönchsrobben gesichtet, die zu den meistgefährdeten Säugetieren dieser Welt zählen.